Das Danziger Goldwasser

Aus der alten Freien und Hansestadt Danzig stammt eine Spirituose, die schon vor 400 Jahren den Namen „Gulden-“ oder „Goldwasser“ trug. Damals wie heute enthält Original Danziger Goldwasser reines, 22-karätiges Gold. In jedem Gläschen Goldwasser ist das kostbare Edelmetall enthalten, wenn auch nur in sehr geringen Mengen.

Bei Goldwasser handelt es sich um einen besonders hochwertigen Gewürzlikör, der nach einem jahrhundertealten Geheimrezept aus rein pflanzlichen Zutaten hergestellt wird.

Mit dem Danziger Goldwasser ist eine Sage verbunden. Einst soll ein unermeßlich reiches Schiff in den Danziger Hafen eingelaufen sein. Die Kaufleute feierten seine Ankunft im Artushof überschwenglich. Aus dem Neptunbrunnen sei Wein geflossen, an dem auch die Armen beteiligt worden sein sollen. Ein übermütiger Kaufmann warf Goldmünzen in den Brunnen und forderte die Armen auf, es herauszufischen. Sie sollten es behalten dürfen, sofern ihre Hände dabei nicht naß würden. Ansonsten würden sie ihren Kopf verlieren. Der Wirt des Gasthauses Lachs empört sich über diesen Frevel. Dennoch flogen immer mehr Goldstücke in den Brunnen. Da steigt Neptun empört von seiner Säule und zerstört mit seinem Dreizack alle Goldstücke. Den Wein füllt er zusammen mit den vielen Goldsplittern in ein Faß und rollt dieses in den Keller des Gasthauses Lachs.

Großes Unglück kommt über Danzig, eine schlimme Krankheit plagt die Stadt. Da erinnert sich der Wirt vom Lachs an das große Faß im hintersten Keller und gibt zuerst einem kranken Ratsherren von dem Wein. Der wird bald wieder gesund. Darauf wird der Wein an die vielen anderen Kranken verteilt, die alle gesund werden. Die Krankheit verschwindet. Das Danziger Goldwasser hat sie geheilt.

Die wahre Geschichte des Danziger Goldwassers ist etwas nüchterner:

Am 6.Juli 1598 erhielt der aus Lier in Holland zugewanderte Ambrosius Vermöllen das Danziger Bürgerrecht. Da er offenbar eine Sammlung überlieferter Rezepturen mitgebracht hatte, gründete er eine Likörfabrik, die ab 1704 in der Danziger Breitgasse ansässig war. Statt Hausnummern trugen damals die Anwesen in Danzig deutlich sichtbar ein Tierschild an der Fassade. Das Haus, in dem die Vermöllsche Brennerei einzog, hatte als Schild einen Lachs und hieß deshalb „Lachshaus“ oder „Der Lachs“.Der Name ist geblieben. Das Vermöllsche Goldwasser erhielt den Namen „Der Lachs – Original Danziger Goldwasser“. In dem Lachshaus entstand ein Restaurant das natürlich den Namen „Der Lachs“ erhielt. Nach dem letzten Krieg wurde das zerstörte Haus wieder aufgebaut und beherbergt wieder ein Restaurant mit dem Namen „Pod Lososiem“ zu Deutsch: „Unter dem Lachs“ (ul. Szeroka Nr. 52).

Goldwasser findet man heute noch in Danzig. Das Original Danziger Goldwasser „Der Lachs“ allerdings wird nicht mehr in Danzig, sondern von der Gräflich von Hardenbergschen Kornbrennerei in Nörten-Hardenberg hergestellt und vertrieben. Die Besitzer hatten schon 1922 in Berlin einen Zweigbetrieb eröffnet, der den Westen des Reiches und das Ausland belieferte. So konnten die Die Rezepte und der Firmenname nach der Enteignung in Danzig rechtmäßig in Deutschland weiter verwendet werden. !971 übernahm die Hardenbergsche Kornbrennerei 75 % der Firmenanteile.