Tannenberg

Zwischen Tannenberg (Stebark) und Grünfelde (Grunwald) haben die Polen 1966 eine große Anlage zur Erinnerung an die für das Land bedeutendste Schlacht seiner Geschichte errichtet, das Grunwald-Denkmal. Am Weg zur Anlage steht ein 10 m hoher Obelisk aus 265 behauenen Steinblöcken des von Deutschen gesprengten Grunwald-Denkmals in Krakau, auf der Anhöhe ein weiterer Obelisk mit dem Antlitz polnischer Krieger, daneben ein Bündel von Metallfahnen, das die Lanzen der polnischen Reiter symbolisieren soll. Ein Museum (geöffnet von Mai -August täglich von 8 – 18 Uhr; Eintritt 4 PZL) erinnert an eine der größten Schlachten des Mittelalters.

Am 15. Juli 1410 besiegte hier ein 46.000 Mann starkes polnisch-litauisches Heer unter König Jagiello I. ein Ritterheer des Deutschen Ordens vernichtend. Der Hochmeister des Deutschen Ordens, Ulrich von Jungingen, fiel in der Schlacht. Heinrich von Plauen konnte die Überreste des Ordensheeres in einem Gewaltmarsch zur Marienburg zurückführen, wo es sich neun Monate erfolgreich gegen die Polen verteidigen konnte. Nach ihrem Abzug wurden die Polen sogar bis Thorn verfolgt, wo schließlich der (erste) Thorner Frieden geschlossen wurde.

Der Orden erlitt große Gebietsverluste, bestand aber in den Restgebieten unter vielen Auseinandersetzungen mit Polen und dem Preußischen Bund (13jähriger Krieg) weiter bis zum zweiten Thorner Frieden im Jahre 1466. Der Orden verlegte seinen Sitz nach Königsberg. 1526 wandelte der letzte Hochmeister, Markgraf Albrecht von Brandenburg, das Ordensgebiet in das weltliches (lutherisches) Herzogtum Preußen um.

500 Jahre später, zu Beginn des ersten Weltkrieges, fand vom 17. bis 29. August 1914 in der Nähe des Schlachtfeldes von 1410 eine weitere große Schlacht statt, die für das Schicksal Europas entscheidend war. Die deutsche 8. Armee hatte dem russischen Ansturm nicht standhalten können und hatte schon weite Teile Ostpreußens aufgeben müssen. Die deutsche Heeresleitung reaktivierte den schon pensionierten General von Hindenburg, der nach einem von seinem Generalstabschef, General Ludendorff, ausgearbeiteten Plan in einer weiten Umfassungsaktion die 2. russische (Narew-) Armee einschliessen und vernichten konnte. 12.600 Tote auf beiden Seiten kostete diese Schlacht, 90.000 Russen gingen in Gefangenschaft. Der russische Heerführer, General Samsonow, erschoß sich. In Masuren wurde wenige Wochen später die in Richtung auf Königsberg vorgedrungene 1. russische („Rennenkampf-“) Armee zurückgeschlagen und damit Ostpreußen wieder von den Russen befreit.

Zur Erinnerung an diese Schlacht wurde 1927 aus Spenden der Bevölkerung nahe Hohenstein (Olstynek) das Reichsehrenmal Tannenberg errichtet. 1934 wurde der verstorbene Generalfeldmarschall von Hindenburg in einem der acht Ecktürme beigesetzt. Im zweiten Weltkrieg, kurz vor dem Anrücken der russischen Truppen, wurde der Sarg in die Marburger Elisabeth-Kirche überführt und das Denkmal von deutschen Truppen gesprengt.