Posen (Poznan)

Geschichte

Posen mit 590000 Einwohnern ist Wojwodschafts-Hauptstadt und Hauptstadt von Großpolen (Wielkipolski).

Posen liegt an der Warthe, dem drittlängsten Fluß Polens. 968 wurde hier das erste Erzbistums Polens (Gnesen) gegründet.

Die Stadt entstand als ein hölzernes Bollwerk auf einer Insel, die ‚Ostrow Tumski‘ genannt wurde. Sie diente Mieszko I. um die Mitte des 10. Jahrhunderts als nationale Hauptstadt.

Posen erhielt 1253 Stadtrecht. Die ausgezeichnete Lage der Stadt verbunden mit seinen königlichen Privlegien führten zu ihren schnellen Entwicklung.

Bis zum 13. Jh. war sie wiederholt Landeshauptstadt. Im 15. und 16. Jh. eines der wichtigsten Handelszentren Europas und wichtiges Zentrum der Kultur und Wissenschaft.

Bei den Teilungen Polens im 18. Jahrhundert fiel Posen an Preußen und gehörte dann bis Ende des ersten Weltkrieges zum Deutschen Reich. Nach dem Versailler Vertrag kam Posen und mit ihm die Provinz Posen zur neugegründeten polnischen Republik

Im zweiten Weltkrieg wurde Posen stark zerstört. 55% der Gebäude mußten nach dem Krieg wieder aufgebaut werden. Die deutsche Bevölkerung wurde ausgewiesen. Es folgte eine stürmische industrielle Entwicklung, vor allem im Maschinenbau.

Alljährlich im Juni wird in Posen eine Internationale Messe abgehalten, die zu den größten Handelsveranstaltungen der Welt zählt.

Posen hat acht Hochschulen, zahlreiche Institute der Polnischen Akademie der Wissenschaften, 11 Museen, 3 Theater, ein Opernhaus ein Operettenhaus und eine Philharmonie.

Sehenswertes

Altstadt

Sehenswert ist der Altmarkt (Stare Rynek), ein weitläufiger Platz im Zentrum der Altstadt, der von einem herrlichen historischen Gebäu­dekomplex umgeben ist (nach den Kriegszerstörungen weitgehend restauriert).

Das Rathaus gehört zu den schönsten Renaissance-Bauten in Po­len (nach dem Krieg teilweise rekonstruiert). Den höchsten Turm krönt ein Adler. Über der Turmuhr erscheinen um 12 Uhr die bekannten Posener Ziegenböcke. Im Rathaus befindet sich das historische Museum der Stadt Posen.

Die Pfarrkirche ist ein Barockbau von 1649-1711 mit monumentalem einheitlichen Interieur und zahlreichen Kunstwerken.

Links vom Rathaus stehen die sogenannten Krämerhäuser mit ihrem charakteristischen Laubengang. Rings um den Alten Markt stehen restaurierte Bürgerhäuser in den unterschiedlichsten Baustilen. Besonders sehenswert die Häuser Nr. 10, 37, 42 und 43, 48, 50 und 51, 52, 78, 84 und 91.

Am Ostrand des Platzes im Haus Nr. 45 ist ein Musikin­strumenten-Museum mit umfangreichen Sammlungen aus der ganzen Welt untergebracht.

An der Nordseite des Rathauses schließt sich die klazizistische Hauptwache (Nr. 3) an.

Die populäre Brunnenfigur der Bamberka (Bambergerin) vor dem Eingang des Hauses Nr. 2 (früher Stadtwage, heute Cafe „Swatka“) erinnert an die Anfang des 18. Jahrhunderts eingewanderten Bamberger.

Ostrow Tumski (Die Dominsel)

Ostrow Tumski liegt auf der Warthe-Insel und ist der älteste Teil Posens. Die Kathedrale, Mittelpunkt der Dominsel, wurde 968 zuerst als romanische Kirche errichtet. Zwischen 1050 und 1075 wurde an der gleichen Stelle eine romanische Basilika gebaut, zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert eine gotische. Diese wurde viele Male umgebaut, 1945 zerstört und zwischen 1946 und 1956 im gotischen Stil wiederaufgebaut. Der Haupteingang ist ein Portal mit einer Bronzegußtür, die Szenen aus den Leben der Heiligen Peter und Paul, den beiden Schutzheiligen sowohl der Kathedrale wie auch der Stadt, darstellt. Der Hauptaltar hat ein spätgotisches Polyptychon aus dem Jahre 1512. Die Kathedrale hat zwölf historische Kapellen einschließlich der zwischen 1835 und 1841 im byzantinischen Stil gebauten Goldenen Kapelle, die ein Mausoleum für Polens erste Regenten, Mieszko I. und seinen Sohn, Boleslaw Chrobry (Boleslaw den Tapferen), bildet. Unter der Kathedrale gibt es eine Krypta mit Überresten der vorromanischen und romanischen Strukturen.