Pillau (Baltisk)

Pillau war immer der Seehafen Königsbergs. Es liegt am Pillauer Seetief, das durch einen Orkan im Jahre 1479 als Durchbruch durch das Frische Haff entstand und durch einen weiteren Sturm im Jahr 1510 auch schiffbar wurde.

Der schwedische König Gustav Adolf landete 1626 im Krieg gegen Polen mit einer Flotte in Pillau und ließ erst eine Schanze errichten. Sechs Jahre später begann er mit der Errichtung einer Festung, die der Große Kurfürst nach Abzug der Schweden ausbauen ließ. Um die Festung herum siedelten sich Fischer, Lotsen, ehemalige Offiziere und Händler an. 1725 erhielt Pillau Stadtrecht. Nach dem Tilsiter Frieden mußte die Festung aufgegeben werden. Vor dem letzten Krieg war Pillau eine Kleinstadt mit rund 12400 Einwohnern.

Wegen des frischen Haffs mußten die Waren für Königsberg in Pillau umgeladen werden. Durch dem Bau des Königsberger Seekanals verlor der Pillauer Hafen an Bedeutung.

Gegen Ende des letzten Krieges verließen etwa 625000 Ostpreußen über den Pillauer Hafen ihre Heimat. Am 25. April 1945 fiel Pillau in die Hände der Russen. Königsberg war schon zwei Wochen vorher erobert worden.

Pillau wurde unter dem Namen Baltijsk als ganzjährig eisfreier Hafen der größte Hafen der sowjetischen Ostseeflotte und blieb auch nach der Öffnung des Königsberger Gebiets gesperrt. Erst in jüngster Zeit kann es – auch für Ausländer – mit Sondergenehmigung besucht werden.