Königsberg (Kaliningrad)

In den Jahren 1254 – 57 führte König Ottokar II. von Böhmen einen Kreuzzug gegen die heidnischen Pruzzen, einem hier lebenden baltischen Stamm, an. 1255 baute man am Ufer des Pregels eine Holzfeste, die ab 1260 vom Deutschen Orden in eine Steinerne Burg umgebaut wurde. Sie erhielt nach König Ottokar den Namen Königsberg. Erst 1283 waren die Pruzzen endgültig unterworfen.
Um das Schloß herum enstanden drei selbständige Städte: Die Altstadt, der Löbenicht und der Kneiphof. Alle drei erhielten kulmisches (d.h. Ordens-) Recht: die Altstadt 1286, der Löbenicht 1300 und der Kneiphof 1327. 1339 treten alle drei Städte der Hanse bei. 1457 wird die Ordensburg Königsberg anstelle der Marienburg Sitz des Deutschen Ordens. Erst 1724, 200 Jahre nach Auflösung des Deutschen Ordens und Gründung des Herzogtums Preußen durch Markgraf Albrecht von Brandenburg und 20 Jahre nach Errichtung des Königreichs Preußen, vereinigen sich die drei Städte unter dem Namen Königsberg und erhalten den Titel „Königlich-preußische Haupt- und Residenzstadt“.
1333 begann der Bau des Domes, der nach dem Willen des Bischofs des Samlandes erst eine Burgkirche werden sollte. Nach Einspruch des Ordens, der keine zweite Burg in Rufweite der Ordensfeste dulden wollte, mußte sich der Bischof vertraglich verpflichten, eine Kirche ohne militärische Aufgaben zu bauen.
1544 gründet Herzog Albrecht die Königsberger Universität, die „Albertina“.
1618 stirbt Herzog Albrecht und Preußen kommt zu Brandenburg.
1701 krönt sich Kürfürst Friedrich III. von Brandenburg, der Sohn des Großen Kurfürsten, im Königsberger Schloß zum König Friedrich I. in Preußen (immerhin waren Teile Preußens noch in polnischer Hand).
Mit der Reichsgründung 1871 wird Ostpreußen und damit Königsberg Teil des Deutschen Reiches.
Durch den Versailler Vertrag wird Ostpreußen mit Königsberg eine Exklave, vom Reich durch den „polnischen Korridor“ getrennt.
Im August 1944 werden die Altstadt und die nördlichen Stadtteile innerhalb von vier Tagen durch britische und später durch sowjetische Luftangriffe vernichtet. Im Februar ist Königsberg durch die Rote Armee eingekesselt und wird nach sechswöchiger Belagerung im April 1944 von den Sowjets erobert. 90 % der Stadt liegen in Trümmern.
1946 wird die Stadt nach einem Gefolgsmann Stalins in „Kaliningrad“ umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wird vertrieben. Das an die Sowjetunion angeschlossene Nordostpreußen fällt als Kaliningradskaja Oblast an Rußland und wird für Ausländer gesperrt.
Erst im Zuge der Peristroika wird das Königsberger Gebiet nach und nach wieder für Ausländer geöffnet. Inzwischen ist sogar die Miltärzone Pillau mit Sondergenehmigung wieder zu betreten.