Ermland (Warmia)

Die historische Landschaft des Ermlandes im westlichen ehemaligen Ostpreußen erstreckt sich vom Frischen Haff bis auf die Höhen des Preußischen Landrückens.

Im Ermland waren die Warmier, ein Pruzzenstamm, beheimatet. Seit der Mitte des 13.Jh. siedelten sich hier auch benachbarte Masowier, niederdeutsche und schlesische Einwanderer an.

Das Ermland, als Territorium der ermländischen Bischöfe, genoß im Ordensland völlige Autonomie – die Bischöfe nannten sich sogar Fürsten. Das Gebiet des bischöflichen Dominiums umfaßte die vier Kreise Braunsberg, Heilsberg, Allenstein und Bischofsburg.

Die geistlichen Herren ließen zahlreiche Burgen und Schlösser erbauen: in Braunsberg, Heilsberg, Wormditt, Wartenburg, Bischofsburg, Seeburg, Rößel, Mehlsack und Allenstein (die zwei letzteren waren Eigentum des Domkapitels zu Frauenburg).

Die Diözese Ermland wurde 1243 gegründet, Kathedralsitz war 1284 bis 1945 Frauenburg. Die Bischofsresidenz befand sich jedoch in Heilsberg.

Das Ermland schloß sich dem Preußischen Bund an, der in dem Dreizehnjährigen Krieg 1454/66 zwischen dem Orden und Polen auf der polnischen Seite gegen den Orden kämpfte. Nach dem zweiten Frieden von Thorn im Jahre 1466 blieb das Ermland über 300 Jahre unter polnischer Oberhoheit und katholisch. Jan Dantyszek (im Dienste des polnischen Königs) wird zum Bischof des Ermlandes (1537/48) gewählt. 1551 ist Stanislaus Hosius der erste Pole auf dem Bischofsthron des Ermlandes; in den folgenden 250 Jahren werden nur Polen als ermländische Bischöfe gewählt. Die Existenz des »Herzogreiches» im Ermland wurde 1772 durch die Erste Teilung Polens beendet.