Masuren

Name

Bis zum 13. Jahrhundert lebten hier vorwiegend die pruzzischen Stämme der Sudauer und Galinder (der durch Johannisburg fließende Fluß Galinde erinnert an sie). Der Deutsche Orden siedelte zunächst sächsische und schlesische Kolonisten an, später Polen aus Pommern und dem Kulmer Land an. Dazu kamen dann französische Hugenotten und evangelische Christen aus dem Salzburger Land. Vor allem aber nach dem zweiten Thorner Frieden (1466) und nach der Auflösung des Ritterordens kamen Kolonisten aus Masowien, einem polanischen Fürstentum, aus der Umgebung des heutigen Warschau. Sie waren evangelische Christen und wegen ihres Glaubens vertrieben worden. Die Masowier gaben dieser Landschaft schließlich ihren Namen – Masuren.

Masuren ist das „Land der dunklen Wälder und kristallenen Seen“, aber auch der goldgelben Felder und des Blauen Himmels mit seinen Wattewölkchen – und der Störche.

Die Seen

In Masuren gibt es über 3000 Seen. Niemand hat sie alle gezählt. Der größte ist der Spirdingsee. Mit seiner Fläche von 113,8 qkm ist er sogar der größte Polens. Die Länge von Westen nach Osten mißt 22,1 km und von Norden nach Süden, mit der Sexten-Bucht, 13,4 km. Der See ist mit seiner maximalen Tiefe von 23,4 m verhältnismäßig flach. Im südlichen Teil des Sees gibt es die beiden Inseln Langenwerder und Teufelswerder, außerdem die Halbinseln Spirdingswerder und Friedrichswerder, die über Dämme mit dem Festland verbunden sind.
Durch einen engen Kanal ist der Spirding-See mit dem Nikolaiker, Beldahn- und Luknainer See verbunden. Der südliche Teil des Spirding-Sees hat Verbindung mit dem Sexter- und Rosch-See, danach mit dem Wagenauer Kanal (5,25 km lang).
Der Beldahnsee (944 ha, 12,4 km lang und 46 m tief) im südlichen Bereich der Großen Masurischen Seenplatte ist Teil einer 35 km langen Wasserrinne, die sich von Rhein/Ryn bis Niedersee erstreckt. Die Ufer sind von Wäldern der Johannisburger Heide bestanden. Der nördliche Teil des Beldahn-Sees hat Verbindung mit dem Nikolaiken-See, der südliche Teil mit dem Guschiener See über eine Kammerschleuse. Auf dem See befinden sich einige, insgesamt 3,3 ha große Inseln.
Der Mauersee ist der zweitgrößte der Masuren. Er teilt sich in mehrere Seen auf: den eigentlichen Mauersee im Norden, den Schwenzait-See, den Kirsaiten-See, den Doben-See, den Labab-See, den Kissain-See und noch einige kleinere Seen. Die Gesamtfläche beträgt 10450 ha. Der See hat einen abwechslungsreich gestalteten Grund, der reich an Sandbänken ist. Viele größere und kleinere Inseln auf dem See gelten als ornithologisches und landschaftliches Naturschutzgebiet. Im westlichen Teil des Mauer-Sees befindet sich die größte der Inseln, Upalten (68 ha).
Der Löwenthinsee (2604 ha, 10,8 km lang, 4,8 km breit, 39,7 m tief) in der Mitte der Großen Masurischen Seen ist der drittgrößte in diesem Gebiet. Im östlichen Teil befindet sich die Insel Graiwer mit einer Fläche von 3,9 ha. Die zwei im Süden gelegenen Buchten gelten als selbständige Seen: der Saiten-See und der Große Mialk-See.

Johannisburger Heide

Die Johannisburger Heide (1004,7 qkm) ist das größte Waldgebiet nicht nur dieser Region, sondern ganz Polens. Es liegt im Osten der Masurischen Senke. 80 % des Waldbestandes sind Nadelbäume, vor allem Kiefern und Fichten; die restlichen 20% sind Laubbäume, wie z. B. Eichen, Weißbuchen, Linden, Birken, Ahorn, Rotbuchen, Schwarz- und Grauerlen. Mehrere Seen, z. B. Beldahn-See, Mucker-See, Falken-See, Nieder-See u. a., an deren Ufern Urlaubs- und Ferienorte liegen (Niedersee, Kruttinna, Keilern, Wasserborn u. a.), geben dieser Landschaft ihren besonderen Reiz.

Südlich der Johannisburger Heide und des Niedersees liegen die Ort Heyde (Ciesinec) und Blumau mit ihren sehenswerten alten Bohlenhäusern.