|
|
Thorn (Torun) |
|---|---|
Geschichte
|
Thorn wurde im Jahre 1233 durch den deutschen Orden gegründet. Ihren Namen erhielt die Stadt nach der in Pälästina aufgegebenen Kreuzritterfestung Torun. Durch ihre günstige Verkehrslage entwickelte sie sich zu einer bedeutenden Handelsstadt. Sie wurde Mitglied der Hanse, in der sie bald eine wichtige Rolle spielte. Nach der Schlacht bei Tannenberg (Grunwald) am 14.10.1410, in der das Ordensheer unter Führung des Hochmeisters Ulrich von Jungingen eine vernichtende Niederlage gegen das Polnisch-Litauische Heer unter König Jagiello I. erlitt, war Thorn der Schauplatz des Friedensschlusses (erster Thorner Frieden). Bis Mitte des 15. Jahrhunderts gehörte Thorn zum Gebiet des Deutschen Ordens. Wegen zunehmender Streitigkeiten mit dem Orden schloß es sich mit anderen Städten des Ordensgebietes, wie Danzig, Elbing u.a., zum Preußischen Bund zusammen, der sich in dem dreizehnjährigen Krieg zwischen Polen und dem Orden auf die Seite Polens schlug. Nach dem zweiten Thorner Frieden von 1466 unterstellte sich Thorn der Adelsrepublik Polen, der es bis 1793 angehörte. Nach der dritten Polnischen Teilung 1793 wurde Thorn ein Teil Preußens, von 1807 bis 1813 war es dem von Napoleon gegründeten Herzogtum Warschau angeschlossen, dann wieder Teil Preußens und später nach der Gründung des Deutschen Reiches, bis es aufgrund des Versailler Vertrages der neugegründeten Republik Polen zugeschlagen wurde.Von 1939 bis 1945 wieder Teil des Deutschen Reiches, gehört es seitdem zu Polen. Der größte Sohn der Stadt, Nikolaus Kopernikus, wurde hier am 19. Februar 1473 geboren. Sein Vater war ein Kaufmann aus Krakau, seine Mutter die Schwester des Bischofs von Heilsberg, Lukas Watzenrode, der nach dem frühen Tod des Vaters die Erziehung des Jungen übernahm, ihn förderte, studieren ließ und ihm schließlich die Stelle eines Domherrn in Frauenburg verschaffte.
Unseren Stadtrundgang beginnen wir am Weichselufer. Wir gehen
durch das Seglertor in die Zeglarska. Auf beiden Seiten der Straße
sehen wir einige hervorragend restaurierte Bürgerhäuser
(Nr. 7, 8, 10, 13,25, u.a. den Dambski-Palast (Nr.8), 1693 erbaut
vom kujawischen Bischof Dambski. Beim Weitergehen kommen wir zur
Johannis-Kirche, seit 1992 Dom der Thorner Diözese. Im
rechten Seitenschiff finden wir ein bronzenes Taufbecken, an dem
Nikolaus Kopernikus getauft worden sein soll. Am Ende der
Zeglarska stoßen wir auf den Altstadt-Markt mit dem
Altstädtischen Rathaus. Davor das Kopernikus-Denkmal. Neben
dem Rathaus auf dem Markt steht der Flößerjungenbrunnen
mit einem Geige spielendem Knaben, der von Fröschen umkreist
wird (ein Pendant zum Rattenfänger von Hameln). Gegenüber
dem Rathaus an der Szeroka liegt der wiedererstandene Artushof,
früher Sitz der Georgsbruderschaft, heute Kulturzentrum. Im
Saal des Erdgeschosses wurde 1466 der zweite Thorner Frieden
besiegelt. Am Markt gegenüber dem Rathaus erhebt sich der
Backsteinbau der Hauptpost. Wir gehen in der Verlängerung der
Szeroka an der Schmalseite der Post vorbei in die Rozana und
biegen in die erste Straße nach links ein, die Ducha
Swietego. Die erste Querstraße ist die Kopernika. Sie
begehen wir nach links, in Richtung auf die Zeglarska. Auf der
rechten Seite in den Häusern Nr. 15 und 17 befindet sich das
Kopernikus-Museum. Beide Häuser gehörten den Eltern des
Astronomen, Niklas und Barbara Kopernik geb. Watzenrode. In der
Kopernika sind noch weitere Bürgerhäuser zu bewundern,
so die Nr. 21 und 38. Über die Ducha Swietego gelangen wir
zum Frauen- oder Klostertor und können die rechts und links
verlaufende Stadtmauer sowie die alten Handelsspeicher in der
Piekary und Rabianska betrachten. Durch das Klostertor kommen wir
wieder zu Weichselufer. Die Ruine des früheren
Deutschordensschlosses liegt gut 300 m flußaufwärts am
Bulwar Filadelfijski. |