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Das Samland
das Land zwischen dem Frischen und dem Kurischen Haff hat
seinen Namen von dem pruzzischen Stamm der Samen, die um die 12.
Jahrhundert hier lebten. Wie ein Rechteck, an dessen
allmählich zu einer Steilküste ansteigenden westlichen
Schmalseite die Bernsteinfelder von Palmnicken
und an dessen langsam nach Osten hin abfallender Längsseite
die Badeorte ( vor allen Rauschen
und Cranz)
liegen, ragt das Samland in die Ostsee hinein. Wo diese beiden
Seiten zusammenstoßen an der Nordwestecke
liegt Brüster Ort mit seinem bekannten Leuchtturm. Die
Bernsteinfunde
an der Westküste haben das Samland berühmt, die
Steilküste mit ihren vorgelagerten Sandstränden haben
es beliebt gemacht, besonders bei den Königsbergern, die von
ihrer Samlandbahn die die Russen heute prosaisch
Eletritschka nennen in 50 Minuten an die
Strände gebracht wurden. Das Samland war zu deutscher
Zeit aber auch eine Art Kornkammer, nachdem man in langer und
mühseliger Arbeit das feuchte Land mit einem Drainage-System
entwässert hat. Das ist nach dem Krieg völlig
zusammengebrochen d.h. man hat es verludern lassen, sodaß
das Land heute wieder zu feucht ist, um Getreide anbauen zu
können. Über weite Strecken ist es völlig
versteppt und versumpft, sodaß nicht einmal mehr Viehzucht
in größerem Umfange möglich erscheint. Milch
wurde in den letzten Jahren aus Litauen eingeführt. Nachdem
der Rubel so stark an Wert verloren hat, ist das aber zu teuer
geworden. Man besinnt sich jetzt wohl doch wieder auf die
Milchwirtschaft. Eine Molkerei jedenfalls hat man schon
gebaut. Im Samland haben im letzten Weltkrieg heftige Kämpfe
stattgefunden, bei denen über 55.000 deutsche Soldaten
gefallen sind, deren Gräber über das weite Land
verstreut sind. In den letzten Jahren wurde vom Volksbund
Kriegsgräberfürsorge in Germau
ein Soldatenfriedhof eingerichtet, auf den nach und nach alle
bekannten Kriegstoten umgebettet werden sollen.
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