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Polangen (Polanga)
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Wie andere Hafenstädte (Lübeck, Rostock) ihren Vor-Hafen mit angeschlossenem Seebad haben, so hat Memel gewissermaßen seinen Luft-Vorhafen und sein Seebad in Polangen. Polangen ist aber nicht nur als Seebad mit langem, herrlichen Sandstrand und seinem Kiefernwald, der die schönen Villen vom Strand trennt, bekannt, sondern auch durch sein hervorragendes Bernstein-Museum. Untergebracht ist in dem 1897 erbauten ehemaligen Schloß des Grafen Tiskevicius. Es rangiert in seinen Exponaten wie in der Präsentation derselben noch vor Königsberg oder Ribnitz-Damgarten. Einziger Kritikpunkt: die reichlich vorhandene Beschilderung und Erläuterung der Exponate ist nur in litauischer und russischer Sprache gehalten, keine deutsche oder wenigstens englische Erläuterung. Weitgehend ausgeglichen wird dieser Mangel allerdings, wenn man eine Führerin engagiert, die dann auch noch hervorragend deutsch spricht. Zu Polangen gehört heute ein Ort, der Jahrhunderte lang für Deutschland eine gewisse Bedeutung hatte: Nimersata. Unter dem schönen deutschen Namen Nimmersatt war er seit dem Frieden von Melnosee von 1422 (zwischen Polen-Litauen und dem Deutschen Orden) der nördlichste und zugleich östlichste Ort des Ordensgebietes, danach Preußens und seit 1871 bis 1923 bzw. 1945 des Deutschen Reiches (Nimmersatt, wo das Reich sein Ende hat). |
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