|
Geschichte

Wappen
der Stadt Memel
Bilder
aus Memel
|
Memel liegt am
sogenannten Memeler Tief, der Verbindung des Kurischen Haffs mit
der Ostsee auf der Festlandseite, gegenüber der Nordspitze
der Kurischen Nehrung. Memel wurde 1252 vom Livländischen
Schwertbrüderorden unter dem Namen Klaipeda (Brotstadt)
gegründet und erhielt 1257 lübisches Recht und 1474 als
Memele castrum (Memelburg) kulmisches Recht, wie alle
vom Deutschen Orden gegründeten Städte. Memel
gehörte nämlich seit dem Frieden von Melnosee im Jahre
1422 zum Ordensgebiet, das seitdem bis zum Ort Nimmersatt
(Nimmersatt, wo das Reich sein Ende hat) reichte.
Dort (heute: Nimerseta) verlief dann auch Preußens
Nordgrenze und nach 1871 die des Deutschen Reiches bis zum Jahre
1923. Von Januar 1807 bis Januar 1808 war die Stadt Residenz
des preußischen Königshauses. Von Memel ging auch die
Erhebung Preußens gegen das Joch Napoleons aus. Die Memeler
waren die ersten Preußen, die sich Rußland
anschlossen, noch vor General York von Wartenburg. Durch den
Versailler Friedensvertrag wurde das Memelgebiet ohne
Volksabstimmung von Ostpreußen und dem Deutschen Reich
abgetrennt und französischer Verwaltung und Besatzung
unterstellt.
|
1923
fielen litauische Freischärler, bei denen es
sich in Wirklichkeit um litauische Truppen in Räuberzivil
handelte, in das Gebiet ein. Die französischen Alpenjäger
leisteten keinen Widerstand, wurden entwaffnet und interniert.
Das Memelgebiet wurde Litauen angegliedert und erhielt 1925 durch
eine Völkerbunds-Konvention Autonomie-Status mit
Doppelsprachlichkeit. 1939 mußte Litauen dann auf Druck
der deutschen Regierung das Memelgebiet wieder an Deutschland
abtreten. Am Ende des zweiten Weltkrieges, im Oktober 1944 wird
die Stadrt Memel von der Bevölkerung geräumt und im
Januar 1945 von den deutschen Truppen aufgegeben. Nach dem Krieg
wird Litauen mit dem Memelgebiet Sowjetische Volksrepublik, und
Memel erhält wieder den alten (litauischen) Namen
Klaipeda. Seit 1990 ist Litauen wieder unabhängig und die
Stadt Memel und das Memelgebiet sind ein Teil dieses
Staates. Klaipeda hat heute 200000 Einwohner, einen Seehafen
und reiche Industrie. Die Altstadt mit ihren Speichern und
Fachwerkhäusern erinnert an alte Zeiten. Das Fachwerkhaus in
dem der französische Gouverneur residierte ist noch
erhalten. Der Theaterplatz verweist auf das 19. Jahrhundert.
Dort befindet sich auch das nach der Wende wieder heimgekehrte
Ännchen
von Tharau als Skulptur auf einem Brunnen, der dem
ostpreußischen Dichter Simon Dach (1605-1659) gewidmet ist.
|
|