Eckertsdorf (Wojnowo)



Lage

Geschichte


Das Dorf, 3 km südlich von Ukta entfernt am Rande der Johannisburger Heide, hat eine russisch-orthodoxe Kirche, ein Nonnenkloster und eine in der zweiten Hälfte des 19. Jh. erbaute Kirche der russischen Altgläubigen.

Das Dorf wurde von den Philipponen {Altgläubigen) gegründet. Der erste Vorsteher dieser religiösen Gemeinschaft war der Eremit Filip aus der Gegend des Weißen Meeres. Im 18. Jh. wurden sie wegen ihrer religiösen Anschauungen aus Rußland vertrieben. Die ersten philipponischen Siedlungen entstanden in Polen bei Suwalki. 1830/34 kamen sie in die Umgebung von Niedersee und gründeten zwölf Dörfer. Ihre Sprache, Sitten und Bräuche sind bis heute erhalten geblieben.






Die Altgläubigen, haben die im 17. Jahrhundert von dem Patriarchen Nikon in der russisch-orthodoxen Kirche durchgeführten Reformen nicht anerkannnt. Wegen ihrer religiösen Anschauungen verfolgt, waren sie gezwungen, zu emigrieren.

Die ersten Altgläubigen kamen in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts aus dem Gebiet von Suwalki und Sejny, später auch aus dem fernen Rußland. Die Geschichte der masurischen Altgläubigen ist eng mit dem Kloster in Wojnowo verbunden. Die Anfänge der Klostergeschichte reichen bis in das Jahr 1836 zurück, als der Mönch Lawrentj Rastropin (1762-1851) am Ufer des Dus-Sees eine kleine Einsiedelei gründete. Sie wurde 1847 in ein Kloster umgewandelt, dessen erster Prior Michail Chawronim wurde. 1849 wurde das Kloster mit dem Zentrum der Altgläubigen in Moskau verbunden, das nach dem bekanntan Preobrazenskij-Friedhof benannt ist.

Als sich in Rußland die Repressionen gegen die Altgläubigen verschärften, wurde das Kloster zu eienm Zufluchtsort für viele Verfolgte. Die Hauptblütezeit des Klosters fällt in die Jahre 1852-1867, als Pawel Pruski (1821-1895) Prior war. Auf seine Initiative hin wurde im nahegelegenen Pisz (Johannesburg) eine Druckerei gegründet. 1867 verließ Pawel Masuren, ging nach Rußland und trat zu dem neuen Glauben über, d.h. er trat in die Gemeinschaft der russisch-orthodoxen Kirche ein. Der Übertritt Pawels zur Orthodoxie verursachte in der Gemeinschaft der Altgläubigen eine schwere Krise. Das Kloster drohte zu verfallen und ging 1884 in den Besitz eines begüterten Altgläubigen, Uljan Slowikar, über. Die Zahl der Altgläubigen nahm immer mehr zugunsten des neuen Glaubens ab. Die Altgläubigen ergriffen eine Gegeninitiative: Vertreterinnen der Gemeinde der Altgläubigen fuhren nach Moskau, um dort Rat und Hilfe zu holen. Im Zusammenhang mit dieserAktion wurde 1885 die junge Nonne Eupraksja (1863-1943) nach Masuren geschickt, die das Kloster mit den dazugehörigen Grundstücken auf ihren Namen zurückkaufte.

In das Kloster Wojnowo folgten ihr Nonnen, die aus Rußland kamen, Nonnen aus dem niedergebrannten Frauenkloster Pupy (Spychowo) und später auch Nonnen aus Majdan. 1897 waren im Kloster schon 25 Personen. Seine Blütezeit erlebte das Frauenkloster schon vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges. Durch das Bestehen des Klosters wurde der Übertritt der hier ansässigen Altgläubigen zur Orthodoxie verhindert. Die Nonnen widmeten sich neben ihrem Klosterleben und der schweren Arbeit auf den Feldern, von der sie lebten, der Pflege alter Menschen und Körperbehinderter.

Das Kloster überstand die Kriegsunruhen und ist heute eine interessante kulturhistorische Stätte. In besonderer Weise hat sich die im Jahre 1972 verstorbene Oberin Antonia um das Kloster verdient gemacht.

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